Hallo und guten Tag!

 

Eine erfolgreiche Biofachmesse, die Messe für Naturwaren und Nachhaltigkeit, liegt hinter uns und der Verkauf von Bioprodukten in Deutschland wächst rasant weiter. Das ist eine gute Nachricht. Die Herausforderung hierbei ist aber, dass der Bioanteil, der aus unserer Region kommt, leider noch immer viel zu gering ist. Der Grund ist einfach und liegt darin begründet, dass zu wenige konventionelle Erzeuger auf Bio umstellen, es im Ergebnis wohl auch immer noch an den richtigen Anreizen fehlt. Ein Beispiel hierfür ist die Wetterau, eine sogenannte „Gunstregion“ (heißt: beste Böden), wo in den letzten zehn Jahren nur 10 Erzeuger ihren konventionellen Betrieb auf Bio umstellten. Wir haben derzeit in der Wetterau 40 Bio-Betriebe mit 2.700 ha Flächenbewirtschaftung, das entspricht nur einer Fläche von 5,1% (Gesamt 53.422 ha). Dies widerspricht dem klaren Verbraucherwunsch nach regionalen Bio-Erzeugnissen.

 

Um diese Anteile zu erhöhen sind aber vor allem wir Verbraucher gefragt. Solange wir weiter unser Bio als Importware beim Discounter oder den großen Lebensmittelgeschäften kaufen und nicht bereit sind die Preise zu bezahlen, die ein Bio-Erzeuger aus unserer Region für seine gesunden und umweltschonenden Erzeugnisse benötigt um wenigstens in die Nähe der Erträge der konventionellen Kollegen zu kommen (die noch immer höhere Erträge bezogen auf die Fläche haben), so lange wird sich dies nicht ändern.

 

Der regionale Großhändler Phönix aus Rosbach v.d.H. möchte dem Wunsch der Verbraucher nachkommen und seinen bereits hohen Regionalanteil sukzessive noch weiter steigern. Diese Waren, die dann in den bekannten Bioläden zu haben sind, sind dann auch wirklich optimal – denn „Bio und regional ist optimal“.


Ihr Joerg Weber

 

Vorstand und Mitgründer der Bürger AG
(http://buerger-ag-frm.de/)

 


 

Aktuelles von der Bürger AG

 

„Kleinanlegerschutzgesetz“ fördert Finanzindustrie und behindert Bürgerengagement

 

Mit einer Reform des Vermögensanlagegesetzes (VermAnlG) will die Bundesregierung Kleinanleger bei Investitionen jenseits der klassischen Banken, also z.B. bei Direktkrediten, schützen. Aber anstatt die BürgerInnen vor zwielichtigen Anbietern zu schützen, be- und verhindert das Gesetz Projekte und Initiativen der fairen, bürgernahen und solidarischen Ökonomie. Im Moment stellt der Gesetzesentwurf gerade kleinere Initiativen vor nahezu unüberwindbare Hürden. Dies betrifft auch die Bürger AG, denn für jede Kapitalerhöhung müssen wir ein neues Prospekt erstellen, das uns viel Zeit und Geld kostet.

 

„Auch das Kapital wird grüner“

 

Die Welt weit bereist und doch regional verankert: Im Interview mit der Frankfurter Rundschau beantwortet unser Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christian Thimann – ehemaliger Berater der EZB – Fragen rund um die Tätigkeiten der Bürger AG und stellt klar, wie bedeutend die Unterstützung seitens der Bevölkerung für eine nachhaltige Lebenshaltung ist.

Das komplette Interview aus der Frankfurter Rundschau können Sie auf unserer Webseite unter der Rubrik „Presse“ aufrufen.

 

Vorschau / was kommt

 

Mittwoch, 8. April um 19.00 Uhr:Bürger AG zeigt in Kooperation mit Orfeos Erben in Frankfurt-Bockenheim

REGIONAL WACHSEN

von Stefan Czimmek, Lea Schulz, D 2014, 60 Minuten, Digital.

Was sind gute Lebensmittel? Wo kann man sie kaufen, und wie werden sie hergestellt? Diesen Fragen gehen die beiden Filmemacher Lea Schulz und Stefan Czimmek in ihrer einstündigen Dokumentation nach. Der Film beschreibt beispielhaft verschiedene Projekte in der Region Berlin und Brandenburg – von Urban Gardening und CSA, über die Bauerngärten bis hin zu „Mundraub“ – und zeichnet das Bild eines gesellschaftlichen Wandels hin zu einer modernen und nachhaltigen Landwirtschaft.
 
Auch hier in Frankfurt und der Rhein-Main-Region lässt sich ähnliches beobachten. Dem Wunsch der Verbraucher nach regionaler Ernährung wird durch die Bauern und den Handel vermehrt Rechnung getragen. Doch wo bekomme ich wirklich ehrliche und fair gehandelte regionale Produkte her. Dies ist der passende Film zur Arbeit der Bürger AG. Der Film ist eine Independent-Produktion und hat das Anliegen, die Vorteile einer regionalen, saisonalen und biologischen Ernährung an die Verbraucher durch alternative Projekte heranzutragen.

Im Anschluss an den Film möchten wir in einer Gesprächsrunde mit den Kinobesuchern noch über die Chancen der regionalen Bio-Landwirtschaft reden. Hierzu werden auch Biobauern aus der Region anwesend sein.

 

Trailer: http://youtu.be/CX3YX2Lkquw


Rückschau / was war

Sojaanbau – eine Chance auch für die Wetterau?!Referent: Landwirt Rainer Vogel, Hof Buchwald und

Thorsten Haase, LLH. Hessen

Fast 40 Besucher kamen am 25.02.2015 zu unserer Veranstaltung zum Thema Sojaanbau in der Wetterau. Die Referenten Thorsten Haase und Rainer Vogel erläuterten auf verständliche Weise, warum es Sinn macht hier in der Region verstärkt Soja anzubauen. Insbesondere im Bio-Landbau macht dies für die Fütterung, aber auch für die Herstellung von Lebensmitteln enormen Sinn. Aber auch für konventionelle Bauern kann der Anbau von Soja, den immer weiter zurückgehenden Anbau von Zuckerrüben ersetzen und den Bauern eine ernstzunehmende wirtschaftliche Perspektive geben.
 
Die Wetterau ist eine der fruchtbarsten Ackerbauregionen der Welt. Das ausgewogene Klima und die tiefgründigen Lößböden führten hier seit der Sesshaftwerdung des Menschen zu einem produktiven und vielfältigen Ackerbau. Die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren hat zu einer einseitigen Spezialisierung im Ackerbau geführt. Weizen, Mais und Raps dominieren die Anbauflächen in der Wetterau. Die früher weit verbreitete Zuckerrübe ist durch den Verlust der Verarbeitungskapazitäten in Friedberg und Groß-Gerau auf geringe Flächenanteile geschrumpft. Intensive Viehhaltungsbetriebe decken den Eiweißbedarf ihrer Hühner und Schweine durch Importe gentechnisch veränderter Sojabohnen aus Südamerika und USA. Zurzeit importiert Deutschland rechnerisch ca. 2,6 Mill. ha Sojaanbaufläche, während wir es uns leisten, einen Teil unserer eigenen Flächen für Biosprit oder Agrogasanlagen zu verwenden.

 

Der heimische Sojaanbau bietet daher viele Chancen in Pflanzenbau und Vermarktung:

    • Erhöhung der Biodiversität im Agrarökosystem;
    • Die Sojabohne als Leguminose kommt ohne synthetische Stickstoffdünger aus;
    • Erweiterung der Fruchtfolgen;
    • Garantie von GVO – freien Produkten (Tierfutter und Speisesoja);
    • Neue Vermarktungsmöglichkeiten für die Landwirtschaftlichen Betriebe und das angegliederte Gewerbe (Tofu-Produktion, Landhandel, Getreidelager usw.).

 


Info

 

Wir wollen Sie an dieser Stelle künftig auch auf Veranstaltungen von Partnern und Bio-Erzeugerhöfen hinweisen. Heute stellen wir Ihnen die folgende Veranstaltung vor:

 

Der Dokumentarfilmverein naxos Kino-Dokumentarfilm & Gespräch e.V. lädt am 24. März 2015, 19.30 in der Naxos Halle herzlich zum Dokumentarfilm „Der Bauer und sein Prinz“ ein.

Der Film zeigt den Prinzen Charles auf seiner Farm in Südengland. Er hat die Vision die Welt ökologisch zu ernähren und die geschundene Natur zu heilen. Dieses Ziel verfolgt er mit seinem Farmmanager David Wilson jetzt schon seit 30 Jahren. Die einmalige Zusammenarbeit der Beiden beweist mit poetisch eindrücklichen Bildern, wie ökologische Landwirtschaft funktioniert und welchen Nutzen und welche Heilkraft von ihr ausgeht.

Der Verein möchte allen Interessierten aus Frankfurt und Umgebung einen Einblick in den ökologischen Landbau geben und dies auch in ihrem anschließenden Filmgespräch thematisieren. 

 

Nähere Informationen erhalten Sie unter: http://naxos-kino.org/


Blick in die Region

 

Liebe Leserinnen und Leser, in dieser Rubrik stellen wir Ihnen Bauernhöfe und Bioläden aus der Region vor. Heute mit dem Demeter Hof Gut Kappel aus Bad Arolsen.

 

Das Gut Kappel in Bad Arolsen

 

Hier findet man einen Bauernhof wie man ihn sich vorstellt: Hühner scharren auf der Wiese, kleine Enten und Gänse kauern sich im Stall unter eine Wärmelampe, Schweine stecken ihre Schnauzen neugierig durch den Zaun und ein Esel begrüßt die Gäste auf dem idyllisch gelegenen Gut bei Bad Arolsen schon von weitem.
 
Das Gut Kappel wird bereits seit 1971 von der Familie Rodewyk bewirtschaftet.

Bis Ende der siebziger Jahre wurde auf dem Hof neben Ackerbau auch Schweinezucht und -mast betrieben. Auf den weitläufigen Wiesen weidete eine große Mutterkuhherde und die Hanglagen waren der ideale Bewegungsraum für unsere Pferdezucht.
 
In den achtziger Jahren wurde das Gut Kappel nach und nach auf nachhaltigen biologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung umgestellt. Fast 20 Jahre lang war das Gut Kappel Mitglied im NATURLAND – Anbauverband.

 

Im April 2014 wurde es ein DEMETER-Betrieb, nachdem man den Betrieb auf die erhöhten Anforderungen im Ackerbau und in der Tierhaltung umgestellt hat. Die Zertifizierung ist mittlerweile auch erfolgt und das Zertifikat erteilt.

 

Das Gut ist spezialisiert auf Bio-Geflügelhaltung mit der Erzeugung von Bioeiern und frischem Schlachtgeflügel. Die hofeigenen Produkte werden Ab-Hof im eigenen neuen Hofladen, über regionale Wochen- und Bauernmärkte und im Bio-Großhandel über Phönix vertrieben.

 

Ein Blick auf die Internetseite lohnt sich. Unter http://www.gut-kappel.de sehen Sie wie eine tiergerechte Haltung aussehen kann.

 


In eigener Sache

 

Die Bürger AG ist auch auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen.

Um die Geschäftsstelle und die umfangreichen Aufgaben, die ein Betrieb wie die Bürger AG mit sich bringt aufzubauen, suchen wir ständig ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die uns ein wenig ihres persönlichen Zeitbudgets und ihres Knowhows zur Verfügung stellen.

 

Wir bieten Studentinnen und Studenten an, im Rahmen ihres Studiums, ökologische Themen aufzugreifen und die Vorzüge des ökologischen Wirtschaftens und der Nachhaltigkeit in die Gesellschaft zu tragen. Hier bieten wir Praktika und Möglichkeiten für Bachelor und MBA/Diplom Arbeiten bei uns an.

 

Ihr Team der Bürger AG